Die Feuerwehr der Stadt Alsdorf wurde über die Städteregionale Leitstelle am Samstagmorgen, den 12.06.2021, zu einem FEUER SOS mit Menschenleben in Gefahr in den Ohligsweg alarmiert. Gegen 03:09 Uhr meldeten mehrere Anrufer ein größeres Brandereignis in einem Mehrfamilienhaus, in dem sich noch Bewohner aufhalten sollten.

Bedingt durch das Meldebild wurde Vollalarm für die Feuerwehr Alsdorf ausgelöst. Neben der hauptamtlichen Wache rückten Einheiten aller drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Alsdorf zur Einsatzstelle aus. Vor Ort angekommen bestätigte sich das Meldebild.

Im zweiten Obergeschoss schlugen Flammen aus den Fenstern, die durch die enorme Hitze zersprungen waren. Pulsierender Rauch strömte aus dem Dachbereich und den Fenstern. Die komplette zweite Etage stand bereits in Vollbrand. Die Menschenrettung wurde eingeleitet: Angriffstrupps durchsuchten das Brandhaus auf mögliche Bewohner. Weitere Trupps verschafften sich über das unmittelbar angrenzende Nachbarhaus Zugang zum rückwärtigen Bereich, da dort noch Bewohner auf dem Dachbereich eines Anbaus vermutet wurden. Mit Steckleitern gelang es den Einsatzkräften bis zum Anbau vorzudringen. Personen waren glücklicherweise nicht mehr anzutreffen, sodass sich alle zehn gemeldeten Bewohner, darunter auch Kinder, entgegen der ersten Angaben noch vor der Ankunft der Einsatzkräfte eigenständig ins Freie retten konnten.

Alle Bewohner wurden von dem alarmierten Rettungsdienst untersucht, darunter der LNA Orgl (der leitende Notarzt sowie der Organisatorischer Leiter Rettungsdienst) und weitere Rettungswagen-Besatzungen aus Alsdorf und den umliegenden Kommunen. Zwei Bewohner, die sich unmittelbar in der Brandwohnung aufgehalten hatten, mussten nach einer Erstversorgung mit Brandverletzungen und Rauchgasvergiftung in ein nagegelegenes Krankenhaus transportiert werden. Alle anderen Bewohner blieben glücklicherweise unverletzt.

Parallel dazu wurde eine umfangreiche Brandbekämpfung im Innenangriff sowie von außen und über die in Stellung gebrachte Alsdorfer Drehleiter mit mehreren C-Rohren eingeleitet. Der Brand hatte sich inzwischen durch die Dachhaut des Mehrfamilienhauses gefressen, sodass nach kurzer Zeit der komplette Dachstuhl sowie das zweite Obergeschoss in Vollbrand standen. Aufgrund des hohen Bedarfs an Atemschutzträgern samt Technik wurde nachalarmiert und der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehr Würselen angefordert.

Nach rund einer Stunde konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Die Löscharbeiten dauerten weitere drei Stunden an, woraufhin umfangreiche Nachlöscharbeiten bis zum Mittag und eine anschließende Brandsicherheitswache bis zum Nachmittag folgen sollten. Da die Statik des Hauses in Frage gestellt werden musste, wurden der THW Kreisfachberater Thomas Johnen und der THW Baufachberater Albert Willekens des Ortverbandes Aachen zur Einsatzstelle anfordert. Der THW Ortsverband Alsdorf wurde für die zusätzliche Unterstützung in Bereitschaft alarmiert. Um den Grundschutz im Alsdorfer Stadtgebiet für mögliche Paralleleinsätze sicherstellen zu können, wurden weitere Einsatzkräfte der Löschzüge 21 und 41 der Feuerwehr Eschweiler zur überörtlichen Hilfeleistung angefordert, die mit insgesamt fünf Einsatzfahrzeugen und rund 20 Kräften zur Feuer- und Rettungswache Alsdorf ausrückten.

Von der Feuerwehr Herzogenrath wurde eine zusätzliche Drehleiter angefordert, um im weiteren Einsatzverlauf den kompletten Brandbereich auf mögliche Glutnester durch Öffnung der kompletten Dachhaut des Mehrfamilienhauses und des Anbaus überprüfen zu können. Hierbei kam die Alsdorfer Absturzsicherungseinheit zum Einsatz.

Da die Einsatzlage über mehrere Stunden andauerte, wurden neben Kalt- und Warmgetränken auch eine zusätzliche Verpflegung über einen Wechsellader der Spedition Leo Robertz angefordert. Mehr als 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Für die Dauer der Einsatzmaßnahmen war der Ohligsweg vollständig gesperrt. Da das betroffene Mehrfamilienhaus nicht mehr bewohnbar und zum Teil einsturzgefährdet ist, müssen alle Bewohner bei Familienangehörigen und Freunden untergebracht werden. Die Einheiten der Polizei sowie die angerückte Kriminalpolizei haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich noch bis in den Nachmittag andauern.

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