Unter unserer Aufklärungsreihe #AUFGEKLÄRT stellt Euch heute der Kollege Daniel Wissmann das „Arbeitstier“ unseres Fuhrparks vor.

Daniel Wissmann ist 36 Jahre alt und Vater einer kleinen Tochter. Bereits im Alter 14 Jahren trat er der Jugendfeuerwehr Alsdorf bei und wurde mit 18 in die aktive Wehr überstellt. Nach diversen Lehrgängen wurde er im Jahr 2011 Führungskraft im Löschzug II. Im selben Jahr unternahm er den Schritt in die hauptamtliche Wache und begann seine Ausbildung als Brandmeisteranwärter. Heute ist der gelernte Nutzfahrzeugmechaniker als Brandmeister und Rettungsassistent an unserer hauptamtlichen Wache beschäftigt. Aufgrund seiner Ausbildung ist er innerhalb der Technikabteilung für die Wartung und Instandhaltung unseres Fuhrparks zuständig. Weiterhin hat er eine Ausbildung zum „Brandschutztechniker“ absolviert und ist im Bereich der Ausbildung von Brandschutzhelfer in Unternehmen tätig. Auch in der Ausbildungsabteilung der freiwilligen Feuerwehr wirkt er mit. Hier die Info´s, die Daniel Euch zu unserem „Arbeitstier“ geben kann:

Es handelt sich um das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug unserer hauptamtlichen Wache. Auch wenn das Fahrzeug aus dem Baujahr 2014 für ein Feuerwehrfahrzeug noch recht jung ist, so ist es nach den Rettungswagen das Fahrzeug mit der höchsten Einsatzfrequenz, da unsere hauptamtliche Wache grundsätzlich zu jedem Feuerwehreinsatz ausrückt. Egal was seit Ende 2014 passiert ist: Das HLF war bei fast jedem Unglück zuerst vor Ort. Ob der schlimme Unfall auf der L240 Anfang Januar 2019, der Trafobrand in Schaufenberg mit nachfolgendem mehrstündigem Stromausfall für 7.000 Haushalte oder nahezu jeder sonstige Feuerwehreinsatz in den letzten fünf Jahren: Dieses Fahrzeug war bei fast allen Einsätzen als Erstes vor Ort. Doch von Anfang an:

Wie erwähnt hat das Fahrzeug Ende 2014 als Ersatz für ein damals 29 Jahre altes Tanklöschfahrzeug „TLF 16/25“ seinen Dienst aufgenommen. Das Fahrzeug verfügt über 8 Sitzplätze und wird standardmäßig mit vier Mitarbeitern unserer beruflichen Kräfte besetzt. Im Einsatz rücken der Wachabteilungsführer (C-Dienst), der Maschinist (Fahrer und Bediener von Pumpe und Aggregaten) und ein Angriffstrupp (zwei Feuerwehrmitarbeiter) mit dem Fahrzeug aus. Die übrigen, von der Fahrzeugnorm vorgesehenen Plätze, können von Auszubildenden, Praktikanten oder früh eintreffenden ehrenamtlichen Kräften besetzt werden.

Neben der Besatzung des HLF steht noch eine Sonderfahrzeugbesatzung zur Verfügung. Zwei weitere Kollegen besetzen zusätzlich je nach Stichwort eines unserer Spezialfahrzeuge: Beispielsweise die Drehleiter für Gebäudebrände und Türöffnungen, den Rüstwagen für Verkehrsunfälle, das TLF 4000 für Brände im Freien mit viel Wasserbedarf (z.B. Fahrzeugbrand auf der Autobahn oder Flächenbrände) oder eines unserer anderen Sonderfahrzeuge. Jeder Auszubildende der Feuer- und Rettungswache Alsdorf wird nach seiner Grund- und Rettungsdienstausbildung zunächst auf dem HLF eingesetzt und kann erste Einsatzerfahrungen sammeln, bevor er in die Sonderfahrzeuge eingearbeitet wird. In nahezu allen Städten werden vergleichbare Fahrzeuge als „Erstausrücker“ vorgehalten.

Das HLF 20 wiegt knapp 16 Tonnen. Das Fahrgestell verfügt über Allradantrieb, ein Automatikgetriebe und der Fahrzeugmotor leistet 290 PS. Der feuerwehrtechnische Aufbau umfasst einen Löschwassertank mit 2.300 l Inhalt. Die am Heck eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe kann 2.000 l Wasser pro Minute fördern und dabei einen Wasserdruck von 10 bar erzeugen. Weiterhin gehört ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast mit einer Leistung von 1.000 Watt zur Ausstattung, um unsere Einsatzstellen ausleuchten zu können und ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Zur umfangreichen Beladung gehören:

  • 6 Atemschutzgeräte – vier davon können während der Fahrt im Mannschaftsraum angelegt werden
  • Eine Wärmebildkamera
  • Ein Satz hydraulisches Rettungsgerät: Schere, Spreizer und Rettungszylinder zur Befreiung eingeklemmter Fahrzeuginsassen bei Verkehrsunfällen
  • Ausrüstung für den Ersteinsatz bei Gefahrstoffeinsätzen (Messgeräte, Schutzausrüstung…)
  • Tragbare Leitern als Angriffs- und Rettungsweg bei Wohnungsbränden
  • Kaminkehrwerkzeug für Schornsteinbrände
  • Umfangreiches Schlauchmaterial und Strahlrohre
  • Absperrmaterial auf einer fahrbaren Haspel am Heck
  • Schlauchmaterial auf einer Haspel am Heck – zum Aufbau einer Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz
  • Ein Überdruckbelüfter zur Entrauchung und taktischen Ventilation von betroffenen Gebäuden
  • Eine Motorsäge mit entsprechender Schutzausrüstung
  • Ein Stromerzeuger
  • Eine Tauchpumpe
  • Ein Notfallrucksack mit Defibrillator zur Erstversorgung von Verletzten
  • …und vieles mehr!

          

Wie Ihr dieser Auflistung entnehmen könnt, handelt es sich um ein schlagkräftiges Fahrzeug mit einem recht breit gefächerten Einsatzspektrum.
Egal ob Verkehrsunfall, Brandeinsatz, Baum auf Fahrbahn oder Kaminbrand – mit diesem Fahrzeug können bei allen Einsatzstichwörtern zumindest die Erstmaßnahmen durchgeführt werden.

Ergänzt wird diese Ausrüstung durch weitere Spezialfahrzeuge oder bei größeren Einsätzen durch weitere vergleichbare Fahrzeuge. Da bei größeren Schadenslagen weder Ausrüstung noch Personal unserer hauptberuflichen Kräfte ausreichend sind, werden parallel zur hauptamtlichen Wache unsere freiwilligen Kräfte alarmiert, um mit weiteren Fahrzeugen und „Menpower“ eingesetzt zu werden.

Wir hoffen, Euch mit diesem Beitrag einen weiteren Einblick in unsere spannende Tätigkeit geben zu können. Im nächsten Monat werden wir zu unserem ehrenamtlichen Löschzug Hoengen schwenken. Auch an diesem Standort finden sich interessante Fahrzeuge mit spannenden Aufgaben wieder, die Euch die Kameraden des LZ Hoengen vorstellen werden.

 


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